Der Siedlungsraum bietet Wildtieren in durchgrünten Wohnquartieren und Grünflächen wertvollen Lebensraum, stellt sie jedoch auch vor Herausforderungen: Fehlende Grünkorridore sowie Barrieren wie Mauern, Zäune und Treppen erschweren oder verhindern ihnen Zugang zu geeigneten Lebensräumen. Dadurch sind Wildtiere gezwungen, Umwege zu nehmen, was sie länger gefährlichen Bereichen wie Strassen aussetzt und wertvolle Zeit für die Nahrungssuche kostet. Um dem entgegenzuwirken, ruft das Projekt «Freie Bahn für Igel & Co.» die Basler Bevölkerung dazu auf, den Siedlungsraum besser zu vernetzen. Resultate Im Rahmen von unserer Aktion konnten Freiwillige eine Fotofalle kostenlos ausleihen. Mit diesen Fotofallen wurden neu geschaffene oder alte Durchgänge für jeweils zwei Wochen überwacht. Ziel war es herauszufinden, wie lange es dauert, bis ein neu geschaffener Durchgang angenommen wird und welche Tiere die Durchgänge nutzen. Mithilfe der Fotofallen konnte beobachtet werden, dass Igel, Eichhörnchen, Dachse, Füchse, Steinmarder, Waldmäuse und andere Wildtiere die Durchgänge nutzten. © wildenachbarn.ch Ein Igel benutzt einen Durchgang im Gartenzaun. © wildenachbarn.ch Steinmarder in St. Johann, Basel © wildenachbarn.ch Eichhörnchen im Friedhof Wolfgottesacker © Bruno Campana / wildenachbarn.ch Dachs im Bruderholz, Basel Überraschend war, dass die neu geschaffenen Durchgänge im Durchschnitt bereits nach nur vier Tagen von verschiedenen Wildtieren genutzt wurden. Igel haben die neuen Durchgänge sogar noch etwas schneller genutzt – im Durchschnitt schon nach nur drei Tagen. Viele Durchgänge wurden sogar bereits in der ersten Nacht nach der Erschaffung des neuen Durchgangs angenommen. Dies verdeutlicht, wie schnell die Wildtiere die neuen Verbindungswege entdecken. Die Nutzung zeigt, dass selbst einfache Massnahmen einen unmittelbaren positiven Effekt auf die Bewegungsmöglichkeiten von Wildtieren haben können. Jeder geschaffene Durchgang zählt und wird erstaunlich schnell von den Wildtieren entdeckt und genutzt. Dadurch wird die Lebensqualität vieler kleiner Wildtiere erhöhtInsgesamt wurden 106 Igeldurchgänge gemeldet. Dabei wurden Treppen oder Mauern mit Zwischenstufen igelfreundlich umgestaltet und Durchgänge bei Zäunen oder Mauern mit Igelplaketten markiert. Karte mit Meldungen von Durchgängen & Kleinstrukturen Die Darstellung des Beobachtungsorts erfolgt mit Google Maps.Das ist aber nur möglich, wenn Sie Ihre Zustimmung zur Datenschutzerklärung geben.Klicken Sie dazu im blauen Balken unten auf "ich stimme zu" und aktualisieren Sie dann den Browser. Video Die Sendung "Tatze, Pfote, Schnabel" von Telebasel widmete im Herbst 2025 eine Folge der Aktion «Freie Bahn für Igel & Co.». Wildtierbiologin Sandra Gloor erläutert darin, warum ein gut vernetzter Siedlungsraum für Igel und andere kleine Wildtiere so wichtig ist – und zeigt, wie sich ein Garten mit einfachen Massnahmen naturfreundlich gestalten lässt, damit Igel & Co. im Siedlungsraum bessere Lebensbedingungen vorfinden. Durchgänge schaffen und melden Mauern und Stufen, die höher als 20 cm sind, können für Igel unüberwindbare Hindernisse darstellen. Damit sie hindurchkommen, benötigen Igel Durchgänge von mindestens 10 x 10 cm. Hohe Stufen sollten mit einer Rampe oder einer Zwischenstufe begehbar gemacht werden.Auch steile Wände an Teichen oder Pools sind gefährlich – ohne Ausstiegsmöglichkeit besteht für Igel und andere Wildtiere Lebensgefahr. Eine einfache Ausstiegshilfe kann hier Leben retten. Zur Durchgangs-Übersichtsseite © Lisa Hans / stadtwildtiere.ch Als Durchgang im Holzzaun, kann man eine Latte zwischen Boden und der unteren Querverstrebung absagen. © Lisa Hans / stadtwildtiere.ch Backsteine als Zwischenstufen ermöglichen Igeln den Auf- und Abstieg. © Svenja Crottogini / stadtwildtiere.ch Ein Metallrahmen ermöglicht einen sauberen und sicheren Durchgang durch den Maschendrahtzaun. Kleinstrukturen anlegen und melden Ökologisch wertvolle Kleinstrukturen in Grünräumen bieten Wildtieren Lebensraum, Nahrung und Rückzugsorte. Viele Wildtiere, wie Insekten, Amphibien, Reptilien, Säugetiere und Vögel, finden in Kleinstrukturen wie Totholzhaufen, Steinhaufen, Wildblumenwiesen oder kleine Wasserstellen Schlaf-, Nist -und Laichplätze. Legen Sie solche Strukturen an und melden Sie sie bei uns. melden © stadtwildtiere.ch Eine Ecke im Garten mit einem Asthaufen aus Schnittgut bietet den Igeln ein gutes Versteck das ganze Jahr hindurch. © Lisa Wirthner / wildenachbarn.ch Im Gegensatz zur Thujahecke bietet diese reich blühende Efeuhecke den Tieren neben Versteckmöglichkeiten auch wertvolle Nahrung. © Sandra Gloor / stadtwildtiere.ch Blumenwiesen anstatt Rasenflächen bieten Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung. Kurs "Igelfreundliche Gärten" in Ihrer Gemeinde Interessiert, den Kurs "Igelfreundliche Gärten" in Ihre Gemeinde zu bringen? Baselbieter Gemeinden, Naturschutzvereine, Kirchgemeinden, Gartenvereine, Privatpersonen mit Umschwung und andere können den Kurs bei Pro Natura Baselland buchen und ihn für die Öffentlichkeit ausschreiben.Pro Natura Baselland bietet den Kurs auf Anfrage kostenlos und ganzjährig in allen Baselbieter Gemeinden an. Die Organisierenden sind verantwortlich für den Kursort, die Bewerbung des Kurses vor Ort und die Beschaffung des Materials für die Kleinstruktur. Weitere Information Igel & Co. – kleine Wildtiere auf dem Pausenplatz Möchten Sie mit Ihrer Klasse aktiv zum Schutz kleiner Wildtiere beitragen? Wir bieten Unterrichtsmaterialien zum Ausleihen sowie praxisnahe Anleitungen zur Umsetzung von Aufwertungsmassnahmen in der Schulhausumgebung. Ob das Anlegen von Asthaufen, das Schaffen von Durchgängen in Zäunen und Mauern oder das Pflanzen von Wildstauden und -sträuchern – Ihre Schüler:innen können die Natur hautnah erleben und selbst etwas bewirken. Finanzierung Das Projekt "Freie Bahn für Igel & Co 2025" wurde von den Trägern organisiert und von folgenden Stiftungen und Institutionen finanziert. Wir danken herzlich für die wertvolle Unterstützung!Christoph Merian StiftungSwisslos-Fonds Basel-StadtNaturfonds salzgut der Schweizer SalinenAlpe Felix StiftungWerner Hasenböhler StiftungRaymund und Esther Breu StiftungMargarethe und Rudolf Gsell StiftungIWB Projektförderung NachhaltigkeitBAFU Weiterführende Links Übersichtsseite DurchgängeFreie Bahn für Igel in Basel-Stadt und Basel-Landschaft 2024Igel im Birstal gesucht 2025Wildtierfreundliche Kleinstrukturen: Lebensraum, Nahrung u. Schutz für Igel & Co.Wildtierfreundlicher Garten - Einfache Tipps für den grossen UnterschiedBauanleitung für Igeltunnel